Im Alter sorgenfrei leben – das wünschen sich wohl alle Menschen. Doch nicht jeder kann der Rente unbeschwert entgegenblicken. Das gilt hierzulande besonders für Frauen. Wir erklären, warum Altersarmut in Deutschland vorwiegend weiblich ist und wie Sie frühzeitig vorsorgen können, um sich im Alter finanzielle Freiräume zu schaffen.

Frauen bekommen weniger gesetzliche Rente als Männer. Das zeigt die aktuelle Statistik der Deutschen Rentenversicherung. Zum Stichtag am 31.12.2017 kamen Frauen in den alten Bundesländern und im Ausland auf eine durchschnittliche Altersrente von 622 Euro, Männer hingegen bekamen im Schnitt 1.095 Euro. In den neuen Bundesländern sah es immerhin etwas besser aus: Hier bekamen Frauen im Mittel eine Rentenauszahlung in Höhe von 928 Euro, Männer erhielten 1.198 Euro.

Was Armut heißt und was sie für das Alter bedeutet

Als armutsgefährdet gelten Personen, die weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens verdienen. Damit ist jenes Einkommen gemeint, das in der Mitte aller Einkommen in Deutschland liegt. Die Armutsschwelle liegt nach dieser Definition derzeit bei einem Monatseinkommen von 999 Euro für alleinlebende Menschen und 1.499 Euro bei Paaren. Von Armut betroffene Rentner können Grundsicherung beantragen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Deutsche Rentenversicherung empfiehlt, sich hierbei an folgender Faustregel zu orientieren: Liegt das gesamte Einkommen unter 865 Euro, sollten Sie prüfen lassen, ob Sie einen Anspruch auf Grundsicherung haben.

Warum Frauen stärker von Altersarmut betroffen sind als Männer

Vor allem in den älteren Generationen haben Frauen aus familiären Gründen selten oder gar nicht gearbeitet und konnten in der Folge nur geringe Rentenansprüche aufbauen. Das ist heute zwar anders: Laut statistischem Bundesamt waren im Jahr 2017 rund 72 Prozent der erwerbsfähigen Frauen beschäftigt. Doch eine höhere Erwerbstätigkeit allein führt nicht unbedingt zu einer guten Altersvorsorge. Das hat verschiedene Gründe:

  • Geringe Einkommen während des Erwerbslebens: Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich weniger als Männer (Gender-Pay-Gap): Monatlich kamen sie im Jahr 2016 auf 2.833 Euro brutto, Männer kamen im Mittel auf 3.301 Euro brutto.
  • Lange Berufstätigkeit in Teilzeit: 47 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen arbeiten in Teilzeit. Bei den Männern sind es nur 11 Prozent.
  • Lange Erziehungszeiten: Noch immer kümmern sich durchschnittlich mehr Mütter als Väter um den Nachwuchs. Laut Statistischem Bundesamt bezogen im Jahr 2017 rund 1,35 Millionen Mütter, aber nur 410.000 Väter Elterngeld.
  • Pflege von Angehörigen: Frauen übernehmen im Schnitt häufiger die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger als Männer und reduzieren dafür ihre Arbeitszeit.

Frühzeitig vorsorgen für mehr Sicherheit im Alter

Wer dem Ruhestand gelassen entgegenblicken möchte, sollte sich frühzeitig über den Vermögensaufbau Gedanken machen und sich umfassend informieren. Das Drei-Säulen-Modell der Alterssicherung ist hierfür eine gute Gedankenstütze. Die Komponenten im Überblick:

  • Basisvorsorge – hiermit ist die gesetzliche Rente gemeint. Die Deutsche Rentenversicherung hat bundesweit Beratungsstellen eingerichtet, an die Sie sich mit Fragen wenden können.
  • Geförderte Zusatzvorsorge – hierzu zählen zum Beispiel die Riester-Rente und die betriebliche Altersversorgung. Der Vorteil: Sie profitieren von staatlichen Förderungen. Fragen Sie am besten Ihren Arbeitgeber, ob es entsprechende Angebote gibt.
  • Private Zusatzvorsorge – Kapitalanlageprodukte wie etwa Fonds oder Fondssparpläne sind unter anderem weitere Möglichkeiten, für das Alter vorzusorgen. Bei diesen Anlageformen gibt es allerdings keine steuerlichen Vorteile.

Gut zu wissen:

Auch mit kleinen Beträgen können Sie das Fundament für Ihre Alterssicherung legen. Das ermöglicht auch jungen Arbeitnehmern, die Altersvorsorge schon in den ersten Berufsjahren in die eigenen Hände zu nehmen, wenn das Gehalt noch nicht so üppig ist. In den Folgejahren ist es dann wichtig, den Status quo in Sachen Vorsorge regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen, um mögliche Versorgungslücken aufzuspüren.

Welcher Weg am besten zu Ihnen passt, finden Sie in einer persönlichen Beratung heraus. Vereinbaren Sie einfach einen Termin in Ihrer Filiale oder per Video. Wir beraten Sie gerne!

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