Verliebt, verlobt, verheiratet: Im Jahr 2017 zählte das Statistische Bundesamt rund 407.500 Eheschließungen. Wer sich das Jawort gibt, muss auch ein paar bürokratische Dinge erledigen. Damit Sie den Überblick behalten, haben wir die wichtigsten Punkte für Sie zusammengestellt.

Papiere anpassen

Wer seinen Namen ändert, muss beim Einwohnermeldeamt einen neuen Personalausweis und gegebenenfalls einen neuen Reisepass beantragen. Denken Sie gegebenenfalls auch an die Zulassungsbescheinigungen für Ihr Auto (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief). Gut zu wissen: Den Führerschein brauchen Sie nicht unbedingt zu ändern, bei einer Verkehrskontrolle müssen Sie dann allerdings zusätzlich Ihren Personalausweis vorzeigen.

Bank informieren

Bei einer Namensänderung benötigen Sie auch eine neue BankCard (Debitkarte) und eine neue Kreditkarte. Zudem können Sie überlegen, einen gemeinsamen Freistellungsauftrag zu erteilen: Liegen Ihre Kapitalerträge unter dem für Ehepaare gültigen Freibetrag von 1.602 Euro, führt Ihre Bank für diese Erträge keine Abgeltungssteuer ab. Apropos Bank: Sollten Sie kein Gemeinschaftskonto haben, auf das Sie beide zugreifen können, ist es wichtig, dem Ehepartner für den Notfall eine Bankvollmacht zu erteilen. So stellen Sie sicher, dass Ihr Ehepartner sich im Ernstfall um Ihre Bankangelegenheiten kümmern kann. Vordrucke hierfür erhalten Sie bei Ihrer Bank.

Versicherungen checken

Vergleichen Sie Ihre Policen und prüfen Sie, welche Versicherungen Sie zusammenlegen können. Vor allem bei Hausrat und Haftpflicht zahlen Sie womöglich doppelt. Unser Tipp: Lesen Sie hierzu unseren Blogpost „Versicherungen zusammenlegen und sparen“. Nachdenken sollten Sie auch über eine Risikolebensversicherung, um Ihren Partner für den Ernstfall abzusichern.

Krankenversicherung prüfen

Sind beide gesetzlich krankenversichert, ändert sich erst mal nichts. Kündigt sich Nachwuchs an, kann das Kind in aller Regel in der Familienversicherung mitversichert werden. Steigt ein Ehepartner aus dem Beruf aus, kann er sich unter bestimmten Umständen ebenfalls mitversichern lassen. Anders sieht es aus, wenn der andere Ehepartner privat krankenversichert ist. Denn eine beitragsfreie Mitversicherung – oder Familienversicherung – gibt es bei den Privaten nicht. Der nicht erwerbstätige Ehepartner muss sich dann entweder selbst privat oder freiwillig gesetzlich versichern.

Steuern regeln

Wer heiratet, muss seine Steuerklasse ändern. Eine Möglichkeit: Beide Ehepartner wählen Steuerklasse IV – sie entspricht in etwa Steuerklasse I für Ledige. Möglich ist auch die Kombination der Steuerklassen III und V. Der Ehepartner mit dem geringeren Einkommen zahlt hierbei in Steuerklasse V vergleichsweise hohe Abgaben. Dafür reduziert sich die Steuerbelastung für den Besserverdiener in Steuerklasse III. Lassen sich Ehepaare bei der Steuererklärung zusammen veranlagen, gilt für sie außerdem der sogenannte Splittingtarif (von engl. „to split“, zu Deutsch „aufteilen“).  Unser Tipp: Lassen Sie sich am besten von einem Experten beraten. Das können Sie zum Beispiel beim Lohnsteuerhilfeverein tun.

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