Die durchschnittliche Bruttorente in Deutschland beträgt bei Männern 1.632 Euro, bei Frauen 1.225 Euro. Das ergab der Rentenatlas 2021. Wir nennen die Ursachen für den Rentengap und erklären, wie Frauen gegensteuern können.

Erhebungen aus dem Juni 2021 von der Hans-Böckler-Stiftung ergaben: Frauen waren in der Corona-Krise oft stärker belastet, was die Kinderbetreuung anbelangt. 71 Prozent der Mütter schulterten die Kinderbetreuung überwiegend allein. Immerhin 22 Prozent der Paare teilten sich die Betreuungsarbeit annähernd gleich auf. Und lediglich 7 Prozent der Männer nahmen die Kinderbetreuung überwiegend in ihre Hände.

Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit

Dass Frauen häufiger Pflege- oder Betreuungsarbeiten zu Hause übernehmen, sei es für Kinder oder hilfsbedürftige Angehörige, führt dazu, dass sie häufiger in Teilzeit arbeiten. Zahlen vom Statistischen Bundesamt zufolge arbeiten bei Eltern mit Kindern ab 6 Jahren 94,8 Prozent der Männer in Vollzeit. Der Anteil der Frauen beträgt lediglich 36,4 Prozent.

Teilzeitarbeiten heißt einerseits: Zeit für die Familie. Andererseits bedeutet es, dass man weniger Geld verdient und bei der gesetzlichen Rentenkasse weniger Ansprüche erwirbt. Um im Alter trotzdem gut versorgt zu sein, gilt es frühestmöglich vorzusorgen. Paare, bei denen eine Partei viel häusliche und pflegerische Arbeit übernimmt, sollten gemeinsam überlegen, wie ein fairer Ausgleich aussehen kann.

Wichtig: Dass Frauen im Schnitt weniger Rente als Männer erhalten, liegt nicht nur daran, dass sie aus familiären Gründen häufiger in Teilzeit arbeiten. Hier spielen weitere Ursachen eine Rolle, etwa die Berufswahl. Frauen entscheiden sich zum Beispiel öfter für eher „schlecht“ bezahlte Berufe im sozialen oder erzieherischen Bereich.

Für das Alter vorsorgen – Tipps für Frauen

Wir haben einige Tipps zusammengestellt, das Thema Altersvorsorge anzugehen:

  • Ob als Single oder in einer Beziehung: Finanzielle Unabhängigkeit ist immer wichtig. Sorgen Sie dafür, stets einen guten Überblick über Ihre Finanzen zu haben, und geben Sie das Thema nicht vollends aus der Hand.
  • Natürlich ist es vollkommen legitim, sich Hilfe zu suchen. Lassen Sie sich von der Deutschen Rentenversicherung beraten. Dort können Sie Ihre gesetzlichen Rentenansprüche in Erfahrung bringen.
  • Extra-Tipp: Es besteht die Möglichkeit, zusätzliche, freiwillige Beiträge an die Rentenversicherung zu leisten. Fragen Sie nach und lassen Sie berechnen, wie sinnvoll das für Sie sein könnte.
  • Die gesetzliche Rentenversicherung ist grundsätzlich eine prima Anlaufstelle. Allerdings raten selbst die Experten, sich nicht nur auf die staatlichen Leistungen im Alter zu verlassen. Nehmen Sie deshalb parallel auch Möglichkeiten zur privaten Vorsorge in Anspruch. Die Spezialisten der Sparda-Bank Hannover beraten Sie gern und erarbeiten mit Ihnen individuelle Lösungen.
  • Haben Sie keine Scheu, Fragen zu stellen – sei es bei Ihrem Berater oder Ihrer besten Freundin. Nur so kommt man voran.
  • Informieren Sie sich. Das geht zum Beispiel in Netzwerken und Workshops sowie auf Seminaren. Weitere Anlaufstellen sind zum Beispiel Magazine wie finanzielle, Bücher von der Börsenlegende Beate Sander oder Podcasts, wie zum Beispiel Auf Geldreise von Finanztip oder Madame Moneypenny.
  • Tagesgeschehen verfolgen. Das hilft dabei, den Markt besser zu verstehen – und somit auch, wie die Börse tickt. Dieses Wissen wiederum schärft Ihr Verständnis für bestimmte Formen der Geldanlage wie Investmentfonds. 

Legen Sie einfach los!

Der allerbeste Tipp ist und bleibt jedoch: Fangen Sie einfach an. Schon mit kleinen Beträgen lässt sich ein solides Fundament aufbauen. Je früher der Grundstein dafür gelegt wird, desto besser. Vereinbaren Sie am besten noch heute einen unverbindlichen Beratungstermin. Denn nur wer seine Möglichkeiten kennt, kann das Beste für seine Zukunft herausholen.

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