Das neue Jahr kommt langsam in Sicht. In unserem Blogpost haben wir Ihnen einige wichtige gesetzliche Neuerungen und Vorhaben für 2022 zusammengestellt. Außerdem finden Sie eine praktische Checkliste zum Download mit wichtigen To-dos zum Jahresende.

#1 Mehr Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn (derzeit 9,60 Euro) steigt. Damit ist die Bundesregierung der Empfehlung der Mindestlohnkommission gefolgt. Ab dem 1. Januar gibt’s pro Stunde 9,82 Euro und ab dem 1. Juli 10,45 Euro. Darüber hinaus wird das Thema Mindestlohn unter Politikern derzeit heiß diskutiert – teils ist eine Anhebung auf 12 Euro im Gespräch. Beschlossene Sache ist dies aber längst nicht.

#2 Digital krankmelden

Die Krankschreibung läuft künftig digital. Bereits jetzt übermitteln erste Arztpraxen den „gelben Schein“ ihrer Patienten direkt an deren Krankenkasse. Zunächst sollte der 1. Oktober 2021 für alle Ärzte verbindlich sein. Aufgrund technischer Verzögerungen gilt aber eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2022. Ab dem 1. Juli 2022 soll die Krankenkasse die Daten elektronisch an den Arbeitgeber weiterleiten. Noch müssen Arbeitnehmer ihre Krankmeldung selbst beim Chef einreichen.

#3 Radverkehr ausbauen

Für Klimaschutzmaßnahmen sollen weitere 8 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt werden. Davon sind rund 1 Mrd. Euro für den Bereich Verkehr eingeplant. So soll etwa in neue Radwege und Schnellladestationen investiert werden.

#4 Betriebsrente stärken

Sofern in der betrieblichen Altersversorgung die Entgeltumwandlung genutzt wird, sind Arbeitgeber ab 2022 verpflichtet, zusätzlich einen Zuschuss in Höhe von 15 Prozent des umgewandelten Gehalts an Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds zu leisten. Die Regelung galt bis dato lediglich für Neuverträge ab 1. Januar 2019 – künftig wird sie auf Verträge unabhängig vom Datum des Abschlusses ausgeweitet. Hier erfahren Sie mehr zur Förderung der betrieblichen Altersversorgung.

#5 Neue Volkszählung

Der für 2021 geplante Zensus ist wegen der Corona-Pandemie aufs nächste Jahr verschoben worden. Die „Volkszählung“ soll aktuelle Infos zu Bevölkerung und Wohnsituation in Deutschland liefern. Wenn Sie daran teilnehmen müssen, melden sich die Behörden per Post bei Ihnen.

#6 Updatepflicht

Verkäufer von digitalen Geräten wie Smartphones, Tablets oder Laptops sind ab Januar 2022 verpflichtet, Softwareupdates anzubieten. Schließlich laufen die Geräte nur dann einwandfrei und sicher, wenn die Programme auf aktuellem Stand sind. Die Neuregelung soll auch Anreize für Nachhaltigkeit und Qualität von Produkten schaffen. Was sich darüber hinaus für Verbraucher verbessern soll, lesen Sie hier.

#7 Signal für den Tierschutz

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 45 Millionen männliche Hühnerküken getötet, nachdem sie geschlüpft sind. Dem setzt die Bundesregierung ein Ende: Ab 2022 wird das Kükentöten per Gesetz verboten. Damit ist Deutschland das weltweit erste Land, das diese Praxis verbietet.

#8 Schritte zur Abfallvermeidung

Abfälle vermeiden und Rohstoffe schonen – so das Ziel. Ab 2022 sollen schrittweise strengere Regelungen für Lieferdienste, Caterer und Co umgesetzt werden. Ab dem 1. Januar 2022 sollen zunächst Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff (bis zu drei Litern) sowie Getränkedosen ausnahmslos pfandpflichtig sein. Zudem gilt ab Jahresbeginn ein Verbot für Plastiktüten. Was darüber hinaus geplant ist, können Sie hier nachlesen.

#9 Briefe werden teurer

Das Porto für den Standardbrief soll zum 1. Januar 2022 von 80 auf 85 Cent steigen. Briefmarken für Postkarten sollen künftig 70 statt aktuell 60 Cent kosten. Der endgültige Beschluss erfolgt im November. Auf der Webseite der Deutschen Post finden Sie weitere Infos zur Preisanpassung.

#10 Ausstieg aus der Atomkraft

Bis spätestens Ende 2022 werden die letzten drei Kernreaktoren in Deutschland – „Isar 2“, „Emsland“ und „Neckarwestheim 2“ – abgeschaltet. Fragen und Antworten zum Thema finden Sie hier.

Hinweis: Die oben genannten Gesetzesänderungen und -vorhaben beziehen sich auf einen Redaktionsstand vom Oktober 2021. Änderungen vorbehalten.

Beitragsbilder: iStock | Urheber: Igor-Kardasov, Ralf Liebhold, saruservice